Programm zum Antikriegstag

Militarisierung der Gesellschaft, alternativlos?

Die rasant wachsende Präsenz der Bundeswehr in weiten Bereichen der Gesellschaft, insbesondere dort, wo sie um junge Menschen werben kann, z. B. in Schulen, unterstützt von Kooperationsvereinbarungen mit dem Kultusministerien, erscheint alarmierend. Wir reden über Alternativen und Handlungskonzepte, die insbesondere auch von LehrerInnen in der Alltagspraxis genutzt werden können. Als Referenten haben wir Maike Wiedwald vom GEWLandesvorstand und Wolfgang Buff von der evangelischen Kirche Hessen-Nassau gewonnen.
Termin: 1. Oktober, 18 Uhr Ort: Kaufmännische Schulen Marburg, Leopold-Lucas Straße.

Antikriegstag und Programm des FPAK Kopie-page-001 Antikriegstag und Programm des FPAK Kopie-page-002

Osterspaziergang 2015

Aufruf zum Marburger Osterspaziergang 2015

Kriege, Militarisierung und Kriegspropaganda stoppen – Konflikte friedlich lösen! Lehren aus der Geschichte ziehen

Ostermontag, 6. April, 11-13 Uhr

Treffpunkt: Friedrichsplatz, vor dem Hessischen Staatsarchiv

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Unser Osterspaziergang führt uns an das Deserteurs-Denkmal über Elisabeth-Blochmann-Platz bis zum Schülerpark. Im Anschluss (ab 13 Uhr) findet ein geselliges Beisammensein im Haus der Ortenberggemeinde statt. Mit Redebeiträgen aus der Marburger Friedensbewegung.

Erneut machen wir uns für Frieden und eine solidarische Gesellschaft zu Ostern auf den Weg. Wir demonstrieren gegen Kriegseinsätze und Aufrüstung. Wir bieten einer neuen deutschen Außenpolitik Paroli, die vor allem auf wirtschaftliche und global-strategische Interessen setzt und bereit ist, diese im Zweifel mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Siebzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges und der Befreiung vom Faschismus durch die Anti-Hitler-Koalition erinnern wir an die drängenden Lehren der deutschen Geschichte. Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen. Mit Sorge beobachten wir, dass die deutsche Geschichte umgedeutet werden soll, um militärische Logiken und Militarismus wieder salonfähig zu machen. Geschichtsrevisionismus treten wir auch hier vor unserer Haustür entschieden entgegen, wie etwa im kleinen Marburg-Bortshausen, wo ewig gestrige Kameraden mit der Aufstellung eines Kriegsdenkmals eine rückwärtsgewandte Kriegerheldenverklärung betreiben. Wir wenden uns entschieden gegen die öffentliche Propaganda für menschenfeindliche und rassistische Positionen sowie alten und neuen Militarismus.

 

Kriege stoppen – Konflikte friedlich lösen

Im Gegensatz zu den Äußerungen des Bundespräsidenten Joachim Gauck, der die Auffassung vertritt, Deutschland könne nicht aus Prinzip Nein zu Auslandseinsätzen sagen, sind wir der Meinung, Krieg darf nicht Mittel der Politik sein. Konflikte können und müssen friedlich gelöst werden, zumal in einer gefährlich hochgerüsteten Welt. Wir mahnen eine deutsche Verantwortung für Friedenspolitik an, anstelle einer Beteiligung an weltweiten Militärinterventionen, die nach allen Erfahrungen nur zu Terror, Bürgerkrieg, Flucht und Vertreibung führen. Die aktuelle weltweite Kriegslandschaft mit Ländern wie Afghanistan, Syrien/Irak und den afrikanischen Kontinent zeigt diese Sinnlosigkeit.

Im Ukraine-Konflikt ist durch die Abkehr von der Konfrontation eine friedliche Lösung durchzusetzen. Frieden in Europa gibt es nicht gegen, sondern nur mit Russland. Mit der Wiederbelebung alter Feindbilder muss Schluss sein. Ebenso gilt das für Sanktionen, die den Menschen Europas, der Ukraine und Russland gleichermaßen schaden.

Wir brauchen eine neue Etappe der Entspannung und Abrüstung sowie ziviler Konfliktlösung, Demokratie und sozialer Gerechtigkeit. Die weltweite Gewalt muss ein Ende haben.

Wir fordern deshalb:

  • keine Auslandseinsätze der Bundeswehr, Stopp aller Waffenexporte, stattdessen Rüstungskonversion
  • Bundeswehr raus aus Schulen und Arbeitsagenturen, keine Militärforschung an Hochschulen
  • Ächtung und Abschaffung von militärisch genutzten Drohnen, Atomwaffen, Uranmunition und Landminen
  • Schutz für Menschen, die von Krieg, Übergriffen und Diskriminierungen betroffen sind
  • Widerstand gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus und Islamfeindlichkeit

Gegen Kriegsverherrlichung und Militarismus

Aus der Studie der Geschichtswerkstatt wissen wir, an welchen Gräueltaten des deutschen Imperialismus die Marburger Jäger beteiligt waren. Es waren Marburger Jäger, die 1914 an dem Kriegsverbrechen gegen die belgische Zivilbevölkerung in Dinant beteiligt waren. Dafür hat sich die Universitätsstadt Marburg bei den Bürger/innen in Dinant entschuldigt. Andere Freiwillige der Jäger haben sich später 1918/19 für Grenzschutzaufgaben in Oberschlesien gemeldet. Dort sind bei einer Arbeiterdemonstration am 3. Januar 1919 mindestens 16, wenn nicht 20 Menschen im Maschinengewehrfeuer Marburger Reservejäger umgekommen. Ein Marburger Jäger erinnert sich: „Ohne Überhebung können wir uns rühmen, der deutschen Bevölkerung in Oberschlesien ein Schutz und Hort gewesen zu sein, durch den Leben und Eigentum der Bevölkerung gesichert wurden, die andernfalls unzweifelhaft den ungezähmten Bestien zum Opfer gefallen wäre.“* Es gilt sich auch dieser Opfer zu erinnern und ihnen ehrend zu gedenken.

Die rückwärtsgewandte Kameradschaft Marburger Jäger, die sich bewusst in die Tradition jener Militäreinheit stellt, platzierte 2011 ein Kriegsdenkmal in Marburg-Bortshausen. Trotz anhaltender Proteste seitens einer Bürgerinitiative, verschiedener friedensbewegter Gruppen, eines eindeutigen Beschlusses der Stadtverordnetenversammlung und einer Abbauverfügung der Stadt steht das Denkmal noch immer. Selbst das Hessische Wirtschaftsministerium hat die Aufstellung als nicht rechtens charakterisiert und die „Beseitigung“ des Steins gefordert. Die Geschichtswerkstatt hat eine kritische Aufarbeitung der Jägergeschichte vorgelegt, die dieses Jahr in den Stadtschriften erschienen ist. Dennoch: Das Kriegsdenkmal steht noch immer.

Wir fordern:

– Rückbau des Kriegsdenkmals in Bortshausen

– Ehrendes Gedenken an die Opfer der Marburger Jäger

– Intensivierung der Kontakte in die belgische Stadt Dinant

– Eine offizielle Entschuldigung bei den Bürger/innen der polnischen Stadt Königshütte

Wir nehmen die Politik in die eigenen Hände. Und verlangen von der Bundesregierung den Einsatz für Frieden und Abrüstung. Wir bleiben dabei, das Kriegsdenkmal in Bortshausen muss endlich zurückgebaut werden.

*Karl Lausberg, Tätigkeit in Oberschlesien (16. September 1918 bis 30. Juli 1919). In: Geschichte des Reserve-Jäger-Bataillons Nr. 11, S. 314-331, hier S. 327 f., zitiert in der Studie der Geschichtswerkstatt „Zur Geschichte und Nachgeschichte der „Marburger Jäger“.

Politikfaktor Rüstungsexport

Informations- und Diskussionsveranstaltung

Politikfaktor Rüstungsexport

Mittwoch, 3. September 2014, 19:00 Uhr
DGB Haus Marburg, Bahnhofstr. 6

Ob Krieg gegen Gaza, ob Separationstendenzen in der Ukraine, ob Aufstand in Syrien, Umgang mit Ex-„Freund Ghadafi“ in Libyen – die Liste wäre verlängerbar: Rüstungsexport war und ist ein wichtiger politischer Faktor. Und die deutsche Rolle wird wichtiger.

Der Marburger Friedens- und Konfliktforscher Johannes Maria Becker wird Triebkräfte und Interessen der verschiedenen Akteure Industrie, Staat und Bürger zu beleuchten versuchen.

Ein besonderer Blick wird dabei auf Deutschland gerichtet werden.

Veranstalter: DGB Kreis Marburg-Biedenkopf, Bündnis „Nein Zum Krieg“, Arbeitskreis Marburger WissenschaftlerInnen für Friedens- und Abrüstungsforschung (AMW)

 

Hier der Link zur Facebookveranstaltung: https://www.facebook.com/events/1438399709781685/

 

Lange Lesenacht gegen den Krieg

Veranstaltungshinweis:
Lange Lesenacht gegen den Krieg. (DGB Kreis Marburg-Biedenkopf)
Montag, 1. September 2014, 18:00 Uhr
Marktplatz Marburg/ Oberstadt

2014 jährt sich zum 75. Mal der Beginn des 2. Weltkrieg und zum 100. Mal der Beginn des 1. Weltkriegs. Zwischen 1914 und 1918 starben 10 Millionen Menschen in den Schützengräben. Etwa 20 Millionen kehrten traumatisiert und als Krüppel zurück. Trotz des millionenfachen Leids spielte der Erste Weltkrieg in den bisherigen historischen und politischen Debatten in der Bundesrepublik nur eine untergeordnete Rolle. Jetzt zum 100. Jahrestag des Beginns des Großen Krieges, der später Erster Weltkrieg genannt werden musste, nimmt dieser Krieg in der öffentlichen Wahrnehmung und in den Medien deutlich mehr Raum ein. In den offiziellen Erinnerungsveranstaltungen wird zwar über das Leiden und Sterben berichtet, aber die politischen und ökonomische Interessen der sogenannten Eliten aus Politik und Wirtschaft kommen nicht zur Sprache . Folgerichtig wird nicht erwähnt, dass auf den Schlachtfeldern nicht nur „für Gott, Kaiser und Vaterland“ sondern vor allen Dingen für die Milliardenprofite der großen Rüstungs-, Chemie- und Stahlkonzerne gemordet und gestorben wurde. Kriege brechen nicht aus. Kriege werden gemacht. Und der Erste Weltkrieg wurde von den „Eliten“ in Berlin und Wien gemacht, um bei der Neuverteilung der „Filetstücke des Erdballs ihren Platz an der Sonne“ zu erstreiten. Dies war den Zeitgenossen klar und zahlreiche Dichter und Schriftsteller haben diese Erfahrungen in ihren Werken verarbeitet. Wir möchten Kurt Tucholsky, Berthold Brecht, Erich Mühsam, Erich Kästner und viele andere am Antikriegstag am 1. September wieder zu Wort kommen lassen und laden herzlich zur langen Lesenacht auf den Marburger Marktplatz ein. Wir würden uns freuen, wenn wie bei der letztjährigen langen Tucholsky Lesenacht, wieder viele Menschen ihr persönliches Antikriegsgedicht oder Text vortragen werden.